Schlaues Lenchen (14.04.2013)

Ich habe schon den großen Braunen nach der Erziehungsphilosophie von Jan Nijboer, dem Natural Dogmanship, erzogen. Es wird dabei die Beziehung zwischen dem Hund und seinem Menschen in den Vordergrund gestellt. Wichtig ist, den Hund seinem Verlangen gemäß zu erziehen – d.h. es werden dem Hund keine “sinnlosen” Tricks beigebracht, sondern sein natürliches Jagdverhalten genutzt. Man geht gemeinsam mit dem Hund auf Jagd, als Beute dient der Preydummy – ein mit Futter gefüllter Leinenbeutel. Der Hund lernt, dass er im Zusammenspiel mit seinem Menschen erfolgreich ist.

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Wer mehr über Natural Dogmanship wissen will, kann mich gerne fragen (ich habe vor einigen Jahren mit Jabali an einigen Workshops mit Jan Nijboer teilgenommen, die super interessant waren). Ich kann euch auch folgende Bücher empfehlen:

Vor allem Letzteres ist in Zusammenhang mit den verschiedenen Entwicklungsstufen von Hunden extrem interessant!

Aber nun zurück zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte 🙂

Also, nachdem sich das Natural Dogmanship bei Jabali schon so positiv ausgewirkt hatte wurde natürlich auch der kleine Blaue früh mit dem Futterbeutel konfrontiert. Schon mit 3 Monaten war er begeistert und apportierte wie ein Großer. Er liebt bis heute den Futterbeutel und es gibt bis heute nichts Schöneres für ihn, als die Suche danach. Sogar vorbeikommende Hunde sind ihm egal, wenn er auf seiner Mission ist 🙂

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Als Leni bei uns einzog bemerkte ich, dass sie vom Charakter her ganz anders als die Jungs ist. Sie war als Welpe immer die die voran ging, als Erste ins Gebüsch sprang, um alles zu erkunden. Ok, sie war also etwas selbstständiger als die Buben. Zudem war sie extrem sensibel, d.h. man musste mit der Körpersprache sehr genau aufpassen, um sie nicht einzuschüchtern. Auch das war eine extreme Umstellung, vor allem für mich.

Nichts desto trotz wollte ich ihr auch die Freuden des Apportieren zeigen.  Das Fressen aus dem Futterbeutel war ja noch ok, aber dem Ding nachzurennen?! Pffff, nicht mit der kleinen Prinzessin! Es hat sie einfach nicht interessiert. Mit Mühe und Not schafften wir es 1-2 Mal, dass sie den Beutel ins Maul nahm, aber das war’s dann schon. Immer wieder bemühte ich mich ihr das Ganze schmackhaft und lustig zu machen, aber es nutzte einfach nichts. Ok, dachte ich mir – man soll den Hund  ja gemäß seinen Vorlieben fordern und fördern, die bei ihr offenbar wo anders lagen. Damit war das Apportieren erst mal vom Tisch.

Wir konzentrierten uns auf andere Dinge in der Erziehung und Leni wurde, je älter sie wurde, immer selbstsicherer und vor allem die Beziehung zu uns entwickelte sich im letzten Jahr sehr positiv. Sie wollte nicht mehr alles nur alleine machen, sondern verließ sich mehr und mehr auf uns. Die Chance um es wieder mal mit dem Futterbeutel zu probieren. Sie spielt ja generell sehr gerne und so baute ich den Futterbeutel zuerst in lustige Spiele ohne Apportieren ein. Als sie Interesse zeigte wurde ich mutig und legte sie ab und versteckte den Beutel in der Wohnung. Siehe da, sie suchte sehr interessiert danach und apportierte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Also hat mich die kleine Laus damals wohl ein bisschen verarscht – sie hat sich genau gemerkt, wie das geht, nur wollte sie damals einfach nicht 😉

Mittlerweile ist sie voll bei der Sache, wenn wir beim Spaziergang “auf Jagd gehen”. Sie wartet und schaut konzentriert zu, bis ich den Beutel versteckt habe.

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Auf das Kommando “such” rast sie los und sucht systematisch den Boden nach meiner Spur ab. Sie macht es viel strukturierter als Luke und findet zielsicher die Beute. Die Freude ist ihr dabei ins Gesicht geschrieben 🙂

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Ich finde es so toll zu sehen wie sehr es den Hunden Spaß macht gemeinsam mit ihrem Menschen einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen! Und das obwohl mir so viele Menschen versichert haben, dass Windhunde niemals apportieren würden …  ;)))

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